Fragen

zur festen Zahnspange

Was bedeutet festsitzend?

Festsitzend bedeutet, dass die kieferorthopädische Apparatur fest im Mund des Patienten angebracht ist. Das können zum Beispiel Brackets sein oder ein sogenanntes Quadhelix.

Der Vorteil einer festsitzenden Apparatur ist, dass die nötigen Kräfte, z. B. zur Zahnbewegung, kontinuierlich über 24 h wirken können und dadurch die Therapiedauer im Vergleich zur herausnehmbaren Therapie kürzer ist.

Ferner ist die Methode sehr präzise und besonders gut planbar. Der Patient kann außerdem das Tragen nicht vergessen, was besonders bei nicht ausreichender Mitarbeit problematisch ist und den Therapie-Erfolg gefährden kann.

Was sind Brackets?

Brackets sind kleine Präzisions-Führungsschienen, die direkt auf die Zähne geklebt werden. Durch einen Schlitz (Slot) läuft ein individuell geformter Drahtbogen, der dann über die Brackets die gewünschten Kräfte auf die Zähne in alle räumlichen Richtungen ausübt. Brackets gibt es in sehr unterschiedlichen Formen, Größen und Materialien.

Die Entscheidung welches Bracket bei Ihnen eingesetzt wird, hängt neben den therapeutischen Notwendigkeiten auch von Ihren Ansprüchen an die Bioverträglichkeit oder die Ästhetik ab.

»Die Klassischen«: Metallbrackets

Die klassischen Brackets sind aus Metall. Sie haben sich über Jahrzehnte bestens bewährt, sind sehr robust und haben ausgezeichnete mechanische Eigenschaften. In der Regel wird eine Legierung aus gut verträglichem medizinischem Edelstahl für Metallbrackets verwendet.  

»Die Besonderen«: Lingual-Brackets

Lingual-Brackets sind ebenfalls aus Metall. Da sie von hinten an die Zähne geklebt werden, sind sie für andere nicht sichtbar. Die sogenannte Lingualtherapie ist wesentlich aufwändiger als die klassische Therapie mit Brackets und deshalb auch teurer, aber mit dem großen Vorteil einer ausgezeichneten Ästhetik.

»Die Ästhetischen«: Keramik- und Kunststoffbrackets

Bei den von vorne sichtbaren Brackets sind Brackets aus Kunststoff oder Keramik zweifelsohne die ästhetischste Variante, vor allem in Kombination mit zahnfarbenen Bögen. Brackets aus Keramik haben den Vorteil, dass sie besonders farbstabil sind, d. h. sich nicht im Laufe der Therapie verfärben und dass sie von der Farbwirkung den natürlichen Zähnen am nächsten kommen. Dafür sind sie deutlich teurer als Metallbrackets. Kunststoffbrackets sind preiswerter, können sich aber durch Lebensmittel wie Curry oder Ketchup verfärben.  

Was sind Bukkalröhrchen?

Bukkalröhrchen sind kleine Röhrchen, durch welche die Bögen im Backenzahnbereich geführt werden. Sie sind meist nur auf dem jeweiligen letzten Backenzahn (Molar) direkt aufgeklebt oder auf einem Band, das um diesen Zahn gelegt wird, befestigt. Mit ihnen wird erreicht, dass die Bögen nicht herausrutschen können. Aber auch andere Elemente, wie z. B. ein Außenbogen können in den Bukkalröhrchen verankert werden.

Wozu braucht man Bänder?

Bänder sind anatomisch geformte „Metallreifen“, die auf einen Zahn geklebt werden und ihn nahtlos umfassen. Auf diese Bänder werden Bukkalröhrchen geschweißt. Dadurch wird eine maximale Stabilität und Verbundfestigkeit erreicht. Das ist wichtig, denn oftmals wirken im hinteren Bereich hohe Kräfte. So wird vermieden, dass sich z. B. ein Bukkalröhrchen vorzeitig lösen kann.

Wozu dienen die Bögen?

Bögen sind zahnbogenförmige Drähte in unterschiedlichen Stärken, Durchmessern und Legierungen. Sie werden in die Schlitze (Slots) der Brackets befestigt (einligiert). Die Spannungskräfte, welche durch die Verformung in ihnen aktiviert werden, bewirken über die Brackets gezielte Bewegungen der Zähne, wie z. B. Drehung, Neigung oder Verschiebung.

Verankerung mit Minischrauben

Eine neue, sehr effektive und patientenfreundliche Behandlungsmethode ist die Zahnbewegung mit Hilfe eines festen Verankerungspunktes für die klassische kieferorthopädische Apparatur außerhalb des Zahnbogens. Um einen solchen Verankerungspunkt zu schaffen, wird für kurze Zeit (ca. 6 Monate) eine Minischraube (auch Pin genannt) zwischen die Wurzeln zweier jeweils benachbarter Zähne eingedreht. Minischrauben sind bei Jugendlichen und Erwachsenen anwendbar.

Kann man mit Brackets alles essen?

Im Prinzip ja. Aber Kaugummi oder zähe Karamellbonbons können sich leicht in den Brackets verheddern und die Zahnspange beschädigen. Ebenso ist Vorsicht bei harten Lebensmitteln geboten, wie zum Beispiel bei Möhren. Dass man jetzt erst recht keine Nüsse mit den Zähnen knackt oder intensiv auf einem Bleistift kaut, ist selbstverständlich.

Wie lange dauert die Behandlung?

Das hängt ganz von der jeweiligen Ausgangslage und dem Schwierigkeitsgrad der Behandlung ab. Als erste Orientierung ist ein Zeitraum von 1 bis 2 Jahren realistisch. Klären Sie das bitte mit Ihrem Kieferorthopäden.

Gibt es weniger auffällige Spangen?

Ja. Zum Beispiel zahnfarbene Brackets aus Keramik und Kunststoff oder Lingual-Brackets, die unsichtbar von hinten an die Zähne geklebt werden.

Werden die Zähne durch das Bekleben mit Brackets beschädigt?

Nein. Vor dem Bekleben wird der Zahn nur oberflächlich angeraut, damit die Brackets sicher kleben. Nach Abnahme der Brackets wird der Zahn in der Regel wieder mit einem Fluoridlack versiegelt.